Jul 30, 2012

Kennzeichnungspflicht für Affiliate-Links?

Jeder, der eine Internetpräsenz betreibt, wird zu einem Markteilnehmer, sobald er in irgendeiner Form Werbung auf seiner Webseite integriert, um damit Geld zu verdienen. Dass dies rechtliche Folgen nach sich zieht, wird oft überhaupt nicht oder aber zu spät – wenn eine Abmahnung ins Haus kommt – erkannt. Aber mit dem Einbau auch nur eines einzigen Werbe-Links, sei es ein Banner oder in Textform, wird das aktuell geltende Wettbewerbs- und Medienrecht wirksam. Die Frage, die sich viele Webseitenbetreiber stellen, ist, ob jeder Link, der Werbung enthält (Affiliate-Link) eindeutig als Werbung gekennzeichnet muss.

Die Frage ist nicht sehr einfach zu beantworten. Ausgangspunkt ist eine Regelung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die Schleichwerbung verbietet. Genauer gesagt: Werbung muss als solche klar und eindeutig erkennbar sein; es gilt das Gebot, dass redaktioneller Inhalt und Werbung deutlich voneinander getrennt sein müssen. Aus diesem Gebot ergibt sich bereits, dass nicht jedes Werbebanner zusätzlich mit der Angabe „Werbung“ oder „Anzeige“ versehen werden muss, denn der Werbecharakter eines Werbebanners ist für jeden Besucher klar erkennbar.

Problematisch ist die Lage bei Links, die aus einem laufenden Text, der redaktionellen Inhalt enthält, herausführen. Wer zum Beispiel einen Text über Gebrauchtwagen auf seiner Internetseite platziert und in diesem Text das Wort „Gebrauchtwagen“ mit einem Affiliate-Link versieht, lässt für den Besucher gerade nicht eindeutig erkennen, dass ein Klick auf das Wort zu einer Werbeseite führt. Klar erkennbar ist der Werbecharakter erst dann, wenn zum Beispiel in einem Tooltip (mittels des Attributs „title“ im Anker-Tag) auf Werbung hingewiesen wird.

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